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Natürlich hätte ich die Seite Kreislauf des
Lebens um schreiben können.

Aber das wäre dann gelogen.

Statt dessen schreibe ich hier lieber, wie es wirklich war.
Jedenfalls aus meiner, selbstverständlich subjektiven Sicht.

Im Mai 2006 habe ich mir ein Dreirad (Lepus von Hase) angeschafft und bin damit sehr eifrig
(> 1.400 km im Jahr) und
mit viel Spaß umher gefahren.

Im Juni 2007 kam dann unser zweites Lepus dazu. Weil wir festgestellt hatten, dass das
Fahren im Tandem noch viel mehr Spaß macht, als einander einzeln hinterher zu fahren.

Bei unseren gemeinsamen Touren und bei meinen alltäglichen Fahrten habe ich dann zwangsläufig
auch
einige negative Erfahrungen gesammelt. So ein Deltatrike wie das Lepus zu fahren, macht zwar normalerweise viel Spaß. - Der kann jedoch auch
seine Grenzen erreichen.
- Durch die Bauart bedingt und durch den relativ hohen Schwerpunkt (mindestens 50 cm Sitzhöhe) kann das Trike (leicht?) kippen.
Jedenfalls, wenn man so fährt, wie ich das gelegentlich gern mal mache. Und wenn ich mich und das
Trike dann im letzten Augenblick notgedrungen bremse, reduziert das etwas meine Begeisterung.
Falls ich es
jedoch nicht tue,
noch erheblich mehr.
- Durch die Ausstattung (zu große Entfaltung) bedingt, ist das bergauf Fahren sehr mühsam bis
unmöglich. Jedenfalls wenn's in Richtung 20% Steigung geht.
Auch das begrenzt deutlich
den Spaß. Und die Tatsache,
dass sich da nachträglich nur sehr schwer etwas ändern lässt, ist sogar richtig ärgerlich. Insbesondere, weil
es nur darauf beruht, dass der Konstrukteur offenbar schon vor dem zweiten Frühstück von seiner
Leistung so begeistert war, dass er sofort das Denken eingestellt hat.
- Außerdem mussten wir im Laufe von mehr als vier Jahren fest stellen, dass
die Qualität bzw. Haltbarkeit dieser Trikes dem enormen Preis nicht gerecht
wird. Häufige technische Pannen bereiten Ärger und auch der kostenlose Ersatz
von defekten Teilen erspart einem nicht den Besuch und die Kosten der Werkstatt.
- Und einige Details, die im Ansatz positiv erscheinen, enttäuschen letztlich,
weil sie nicht konsequent zu Ende konstruiert wurden.
Es gibt aber auch Positives zu vermerken.
- Die zwei Hinterräder sind eine sehr gute Voraussetzung für den bequemen Transport von allerlei Gepäck.
- Das Ziehen eines Anhängers ist so unproblematisch wie es nur sein kann.
- Und nicht zuletzt: Ein Tandem- oder Lindwurm-Betrieb ist anders kaum
machbar.
Dazu muss ich allerdings anmerken, dass das nicht dem Hersteller, sondern der
Bauart Deltatrike (vorne eins, hinten zwei Räder) zu verdanken ist und, dass ich in den
oben genannten und anderen Punkten
selbst ganz wesentliche Verbesserungen realisiert habe.
Fazit
Wer keine Berge erklimmen will und immer nur “zivilisiert” umher fährt, wird meine “negativen
Erfahrungen” vielleicht selbst niemals erfahren und mit einem Deltatrike wie dem Lepus bestens zufrieden
sein. Es sei ihm gegönnt.
Mir schwebt als “Traumrad” jedoch etwas vor, was meinen Bedürfnissen besser gerecht wird
und zuverlässiger funktioniert. - Aber,
wer weiß?
Kommt Zeit, kommt Rad !?

Nun begab es sich zu der Zeit ...
(es war wohl Anfang November 2008) ...
Völlig unvermittelt entdeckte ich auf
liegeradmagazin.de einen Beitrag und Link zu utahtrikes.com
und ein Bild von einem “Quad”, “QuadCycle”, “Quike”, “Vierrad-Fahrrad”, “Kettcar”, “Tretauto” oder wie man es auch nennen mag:

Und dazu noch einen Link zu einem Video:
“Utah Quad at the skate park”.
Obwohl ich absolut keine Lust habe, mit einem Vierrad auf zwei Rädern zu fahren, und auch nicht (nur) in einem Skatepark cruisen will, hat mich das Video fasziniert, weil es großen Fahrspaß vermittelt hat.
Außerdem haben mich die Daten dieses Quad beeindruckt: 204 kg Zuladung bei 19 kg Eigengewicht.
Bei uns muss man ja Angst haben, den Geldbeutel mit zu nehmen,
weil das Rad überlastet werden könnte.

Außerdem begab es sich just zu der Zeit, dass ...
Thomas Seide von Bike Revolution
gleich drei neue Modelle präsentierte. Darunter war auch das Mungo. Ein
“großer Bruder” des Mad Max.
Das Mad Max kannte ich schon und halte es für eine geniale Konstruktion, die mir allerdings (mit
den 16"-Rädern) zu nahe beim KMX liegt und als Tourenrad und Lastesel für den Alltag
weniger geeignet ist.

Das Mungo dagegen (mit den 20"-Rädern) erscheint mir wesentlich
“erwachsener” und für die weniger
amüsanten Alltagsaufgaben etwas besser geeignet. Zumal die Zuladung mit 180 kg
auch dafür aus reicht. Es hat nur
leider die Nachteile, die allen Trikes dieser
Bauart (Tadpole = vorne zwei, hinten ein Rad) anhaften. Für den Transport beliebiger Güter und das
Ziehen von Anhängern, also das, was man im Alltag braucht, ist ein Deltatrike (vorne ein, hinten
zwei Räder) grundsätzlich besser geeignet.

Der “Zündfunke”
Nachdem ich nun beides, das Mungo und das Quad gesehen hatte, machte es irgendwo Klick bei mir.
Es könnte im Kopf gewesen sein.
Aber auf den genauen Ort möchte ich mich nicht unbedingt festlegen lassen.
Ergebnis war jedenfalls, dass ich vor
meinem geistigen Auge, zwar leicht verschwommen aber trotzdem deutlich, eine Symbiose sah: Sie glich vorne dem Mungo ...

... und hinten
dem Quad aus Utah.
Das wär's doch!

Ein Lastenesel für den Alltag und ein agiles Spaßrad zugleich, das dank vier Rädern und niedrigem
Schwerpunkt einfach alles mit macht.
Das war der “Zündfunke”. Aber diese “Eingebung” hatte zunächst noch
keine direkten Konsequenzen.
Nur meine Faszination von dem Quad habe ich im liegeradforum.net weiter gegeben. Und Thomas Seide war mit
bei den Ersten, die sich auf das Thema eingelassen haben.
Da ergab es sich fast zwangsläufig, dass ich auch meine Vision von dem “Mungo-Quad” kommuniziert
habe.
Die damit entfachte Diskussion führte ziemlich rasch dazu, dass Thomas das
“Mungo-Quad” bis zur Spezi (25.+26.04.2009) bauen, und ich es ihm
dort eventuell abkaufen wollte. Dabei war klar, dass wir uns vorher noch über die Konstruktions-
und Ausstattungs-Details einigen mussten.
Kein Problem. - Urlaub kann ich immer.

Ich gönnte mir also einen größeren Ausflug und fuhr Anfang Februar 2009 zu
Thomas nach Gänserndorf bei Wien. Dort konnten wir die Thematik ausgiebig
diskutieren und ich hatte Gelegenheit einige Räder aus zu probieren. Natürlich
auch das Mungo. Dabei habe ich zwar unbewusst wahr genommen, dass das Mungo für
mich zu schmal, bzw. ich dafür zu breit gebaut bin. Aber irgendwie ist mir nicht
klar geworden, dass das Vorderteil des künftigen Quads ja nichts anderes als das Vorderteil
des Mungos sein würde.
Am 25.04.2009 bei der Spezi hatte Thomas tatsächlich das erste Quad aus
seiner Produktion dabei.

Genau genommen war es noch gar nicht ganz fertig, weil da doch noch einige Teile
fehlten. Aber immerhin hatte er es in der Nacht vorher noch so weit zusammen
geschraubt, dass man es aus probieren konnte.

Das habe ich dann natürlich auch ausgiebig gemacht und dabei leider fest
stellen müssen, dass es doch nicht ganz meinen Vorstellungen und Wünschen
entsprach.
Die Zuladung von max. 220 Kg wäre zwar mehr als ausreichend gewesen, aber ...
Die Sitzposition war mir etwas zu tief und die Rückenlehne viel zu flach. Ich finde es äußerst unbequem so flach auf dem
Rad zu liegen und den Kopf krampfhaft stark nach vorne biegen zu müssen, um auf
die Straße sehen zu können. Außerdem hat man in dieser Lage keine Übersicht und
kann nicht nach hinten sehen.
Der Abstand zwischen den Vorderrädern und zwischen den Lenkerenden war mir
viel zu gering. In den Kurven haben die Vorderräder meine Oberschenkel
bearbeitet und beim Lenken haben die Hände an meinen Hosen gerieben. Bei einer
kurzen Spaßrunde kann man das akzeptieren. Beim alltäglichen Dauereinsatz jedoch
nicht.

Die Fahrerin auf diesem Bild ist deutlich zierlicher als ich. Trotzdem hat
sie genau die gleichen Mängel beklagt.
Außerdem hätte die zu geringe Bodenfreiheit einen Einsatz im Gelände aus geschlossen.
Ich finde es zwar sehr angenehm, wenn ich auf ebenen und glatten Wegen fahren
kann. Aber trotzdem darf unebenes Gelände für mich kein unüberwindliches
Hindernis sein.
Dieses Quad kam daher für mich nicht in Frage.
Und ich kenne keinen, dem das mehr Leid getan hat als mir.

Ein Jahr später
Am 24.04. auf der Spezi 2010 habe ich dann ein anderes Quad gesehen.

Aber leider war dieses von meinen Vorstellungen mindestens genau so weit
entfernt. Durch die extrem hohe Bauweise hat es zwar reichlich Bodenfreiheit. Fürs Gelände
ist es aber trotzdem nicht geeignet, weil es bei dem hohen Schwerpunkt natürlich
entsprechend leicht zur Seite kippt.
Das war's also leider auch nicht!

Inzwischen
Inzwischen habe ich mich weiter im Internet
um gesehen und auch Einiges gefunden.

Dieses “Mountain Quad” von
crank-it.com z.
B. zeigt einige durchaus interessante technische Details. Es entspricht aber
auch nicht den Vorstellungen von meinem Traum-Rad. Und außerdem hat der
Hersteller die Produktion, vermutlich wegen mangelnder Nachfrage, bereits ein
gestellt.
Ganz zufällig bin ich jetzt auch auf dieses außergewöhnliche Quad gestoßen.

Das “Carv X” genannte Quad mit vier separat gefederten Rädern und
Neigetechnik hat sicher überragende Geländeeigenschaften. Die
Alltagstauglichkeit als Einkaufs-Rad und Lastenschlepper müssten allerdings erst
noch überprüft werden.
Die Website carvx.com
wurde 12/2003 erstellt. Die letzten Informationen stammen von 10/2004.
Informationen über die technischen Details findet man nur spärlich. Über
Ausstattungsvarianten und Preise ist nichts zu finden. Vermutlich ist leider
auch dieses Projekt im Sande verlaufen.

Was bleibt?
Natürlich die Hoffnung.
Kommt Zeit, kommt Rad !?

Vielleicht erscheint ja irgendwann doch noch
genau mein Traum-Rad auf dem Markt.
Und weil meine Wünsche gar nicht so exotisch sind,
würden sich sicher auch noch andere Käufer finden.

Für alle Fälle spar' ich schon mal.


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