| rt-go: 05.09.2006 |

Das ProblemWeil man beim Lepus im Liegen fährt, tritt man zwangsläufig fast waagrecht gegen die Pedale. Weil die Schwerkraft aber senkrecht wirkt und die Beine nicht gerade leicht sind, besteht ständig die Gefahr, dass einem die Füße von den Pedalen rutschen. Außerdem ist es äußerst unkomfortabel wenn man die fast waagrecht liegenden Beine z. B. im Stand oder bei einer Abfahrt nicht einfach bequem liegen lassen kann, sondern fest gegen die Pedale stemmen muss, damit sie nicht abrutschen. Eine angebotene Lösung für dieses Problem, Schuhe, die an den Pedalen einrasten, kommen für mich nicht in Frage. Ich fahre immer mit den Schuhen, die ich gerade trage. Im Sommer sind das dann selbstverständlich oft auch Sandalen. Und ich bin absolut nicht gewillt, zwei Mal die Schuhe zu wechseln, nur weil ich ein Mal schnell was einkaufen will. 1. VersuchWeil ich mir durchaus nicht sicher war, das Problem auf Anhieb zu lösen und andererseits aber auch nicht unnötig Geld verschwenden wollte, habe ich mir erst ein Mal ein paar Kunststoff-Pedale für drei Euro und einen Gürtel für einen Euro (China macht's möglich.) besorgt. Das Teuerste waren die Schrauben. Aber die gehen einem ja nicht verloren.
So schön die “Sänfte” auch aussieht, praktisch war sie nicht. Schon bei den ersten Versuchen zeigte sich, dass man den Fuß nur sehr mühsam in die Schlaufe bekommt. Die aber bei der ersten Gelegenheit wieder vom Fuß rutscht, weil ja auch auf sie senkrecht die Schwerkraft wirkt, während das Pedal durchaus nicht immer senkrecht bleibt und die Schlaufe auch nicht ständig durch den Fuß belastet wird. Folglich habe ich diese Variante verworfen, den Gürtel wieder ab geschraubt, aber das Pedal erst Mal an seinem Platz gelassen.
Als Polster sollte später ein Stück einer Isomatte verwendet werden, weil die aus geschlossenporigem PE besteht und kein Wasser aufnimmt. Wegen seiner besonderen Eigenschaften lässt sich dieses Material aber auch nicht kleben (Henkel hat mir das auf Nachfrage ausdrücklich per Email bestätigt) und muss folglich auf mechanische Weise befestigt werden. - Doch so weit kam es dann gar nicht mehr.
Mit der Drahtschlinge am Pedal stellte ich sehr schnell fest, dass nur eine geschlossene “Kelle” geeignet sein konnte, die unterschiedlichsten Schuhe oder auch Sandalen auf zu nehmen, ohne Probleme zu bereiten. 3. VersuchIn obigem Bild sieht man unten rechts einen Teil vom Deckel einer 50er CD-Spindel, den ich als “Modell” verwendet habe, um die Vorstellung von meinem nächsten Lösungsversuch besser mit anderen diskutieren zu können. Dazu ein Stück Pappe als Vertreter und Schablone für ein Alublech, das durch Langlöcher verstellbar ans Pedal geschraubt werden sollte, damit die “Kelle” an die Schuhgröße angepasst werden kann. Die asymmetrische Form ergibt sich daraus, dass die Pedale viel zu schmal sind. Jedenfalls gemessen an meinen Füßen und denen vieler Zeitgenossen. Wozu viel zu schmale Pedale gut sein könnten, konnte mir bisher noch niemand erklären. Die “Kelle” musste sich jedenfalls nach der Größe meiner Füße bzw. Schuhe richten. Da führt nun mal kein Weg vorbei. Für mein Rad bin ICH das Maß aller Dinge! Und weil an der Innenseite der Pedale kein Platz ist, muss es halt asymmetrisch werden.
Hier sieht man die Einlage, die aus einem Stück einer Isomatte besteht. Ich hätte sie ja gern in
den Hackenhalter geklebt. Aber, siehe oben! Folglich mussten halt sechs Löcher gebohrt werden und
drei Kabelbinder, gelbe, damit's schön bunt wird
Hier sieht man die beiden Aluwinkel, die an den Löchern der Reflektoren fest genietet wurden und die 4 Inbusschrauben M5x12, die das Blech halten. Auf der Gegenseite sind vier Karosseriescheiben und vier selbst haltende Muttern.
AnmerkungenDamit die Kelle an unterschiedliche Schuhgrößen angepasst werden kann, sollen die 4 Löcher noch durch Langlöcher ersetzt werden. Um im Falle eines Misserfolges Material, Arbeitszeit und Kosten zu sparen, habe ich erst ein Mal nur ein Exemplar für das rechte Pedal angefertigt. Das hat außerdem den Vorteil, dass ich besser vergleichen kann, ob die Kelle das hält, was ich mir davon verspreche, oder ob es sich ohne die Kelle doch besser fährt. Das kann man ja vorher nicht wissen und auch nicht ganz ausschließen.
1. Erprobung (ein Hoffnungsschimmer)Die erste Probefahrt war wieder eine 2-Km-Runde im Ort zur Eisdiele und zurück. Das bietet sich für mich an, weil unterwegs ganz unterschiedliche Fahrsituationen (Pflaster, Bordsteine etc.) auftreten und natürlich auch, weil da das Eis als “Belohnung” winkt. Die Schuhe waren ganz weiche luftige Slipper. ErgebnisZunächst ist es ungewohnt, dass die Ferse mit irgend etwas Kontakt hat. Es ist aber nicht unangenehm oder störend. Außerdem kann man beim Absteigen den Fuß nicht einfach vom Pedal rutschen lassen, sondern muss ihn etwas aus der Kelle heben. Beim Start den Fuß in die Kelle zu bringen, ist sehr viel einfacher als ich befürchtet hatte. Eigentlich lass ich den Fuß einfach nur rein fallen. Irgend wie bringe ich den Fuß unbewusst in die richtige Position oder er rutscht von selbst dort hin. Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall ist es überhaupt kein Problem. Nur wenn die Schuhsohlen ein sehr grobes Profil haben, das sich leicht am Pedal verhakt, muss ich gelegentlich den Fuß noch ein Mal etwas lockern, damit er richtig in die Kelle rutscht. Weil ich den rechten Fuß ganz lässig in der Kelle liegen hatte, habe ich ganz schnell vergessen, dass der linke keine Stütze hat. Er ist mir deshalb unterwegs drei Mal ganz vom Pedal gerutscht. Beim Fahren ohne die Unterstützung habe ich fest gestellt, dass der Fuß, vermutlich weil die Pedale zu schmal sind, immer in Bewegung ist. Obwohl ich ihn eigentlich ständig gegen das Pedal stemme, wandert er immer wieder nach außen weg und muss dauernd neu positioniert werden. Das ist nicht nur sehr lästig, sondern verlangt auch Aufmerksamkeit, die ich viel lieber auf den Verkehr oder die Landschaft richten würde. Mit der Unterstützung muss ich den Fuß nicht ständig gegen das Pedal stemmen und trotzdem bleibt die Position gleich. Auf einem der Bilder oben erkennt man, dass die Kelle vom Pedal herab hängt und dem Vorderrad beim Lenken im Weg ist. Das trifft allerdings nur im Stand zu und stört dann nicht. Beim Fahren hängt die “Kelle” schräg und stört so viel oder so wenig wie der Fuß ohne die Kelle, weil die zur Schuhsohle nur ein paar Millimeter dazu bringt.
2. Erprobung (aufkeimender Optimismus)Die zweite Fahrt war 20 Km lang und hat mir gleich noch zwei neue Erkenntnisse gebracht:
Ach ja, die “Kelle” ist völlig OK. Der linke Fuß ist mir unterwegs vier mal vom Pedal gerutscht. Der rechte überhaupt nicht. ( Hoffentlich habe ich bald Zeit, die zweite Kelle an zu fertigen! ;-)
3. Erprobung (das Fiasko, die Lösung ???)Jetzt wollte ich es endlich genau wissen und bin mit offenen Latschen (Birkenstock mit nur zwei Riemchen vorne) zum Bäcker gefahren. Zum Glück hat sich die Katastrophe nur über knapp 2 Km erstreckt.
Ursprünglich wollte ich die Stütze ja gerade für die Fahrt mit beliebigen Schuhen und da sollten auch
minimalistische Sandalen nicht ausgeschlossen sein. Nun musste ich aber feststellen, dass gerade dabei die Stütze nicht wie
erwartet funktionierte. Ein Mal, während der linke Fuß relativ problemlos am Pedal blieb, ist mir der
rechte Fuß sogar ganz abgerutscht und die Sandale weg geflogen. Die Kelle hat eine Runde
rückwärts gedreht und dann etwas unsanft gegen das Schienbein gehauen. Aber, wozu hat man
das?
Und jetzt kommt der entscheidende Punkt. Nämlich der Drehpunkt des Pedals. Wenn der zu hoch (über dem Ballen) liegt, tritt der Fuß zwangsläufig das Unterteil des Pedals nach vorn, die Zehen geben oben nach, das Pedal samt Kelle dreht sich rückwärts und wird dann leider erst vom Schienbein gestoppt. - Es konnte ja gar nicht anders sein.
So sieht's aus
Weil ich nun schon mal die “Werkstatt” aufbauen und in Betrieb nehmen musste, und mir auch ziemlich sicher war, dass das Ziel nicht mehr weit sein konnte, habe ich auch gleich die zweite Kelle angefertigt, montiert und mit verschiedenen Schuhen ausprobiert. |
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Sowohl die “Drahtschlinge” als auch die “Gurtschlaufe” gehörte zu seinen Lösungen, die ich in ähnlicher Form zwar ausprobiert, dann aber doch verworfen habe, weil sie meinen Ansprüchen nicht genügt haben.
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