| rt-go: 10.05.2008 /04.05.2010 |
Die Route kann man als
Kocher-Jagst-Runde.gpx +
kocher-jagst-runde.kml
herunter laden
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Auf der Suche nach neuen Radtouren kamen wir durch Hinweise von Bekannten und die sehr viel versprechende Werbung im Internet auf den Kocher-Jagst-Radweg.
So etwas Einmaliges hatten wir schon lange gesucht. Und “ohne große Steigungen einen Fluss hinunter und den Zwillingsfluss wieder hinauf”, das wollten wir natürlich sehr gern genießen. Weil man auf der genannten Website Informationsmaterial anfordern kann, habe ich das natürlich gemacht. Insbesondere wenn man zwei Tage unterwegs sein möchte, will man ja schon vorher wissen, auf was man sich da einlässt.
Weil wir nur zwei Tage (Samstag 10. und Sonntag 11. Mai) zur Verfügung hatten, war klar, dass wir nicht die große 330 Km-Runde fahren würden.
Einem Vorschlag aus dem Spiralführer folgend, wollten wir die Zweitagestour von Bad Friedrichshall den Kocher hoch bis Sindringen und von dort die Querverbindung nach Jagsthausen fahren, um am zweiten Tag die Jagst hinunter nach Bad Friedrichshall zurück zu radeln. Bad Friedrichshall bot sich wegen der kürzeren Anreise als Startpunkt an. Im Führer ist diese Tour nicht ausdrücklich, sondern nur zum Teil in der Gegenrichtung beschrieben, aber wir wollten halt erst hoch und dann runter fahren und machten es deshalb auch so. “Beschreibung” ist übrigens maßlos übertrieben, denn der Spiralführer ist nicht mehr als eine Aufzählung der Orte und Sehenswürdigkeiten. Die Beschreibung der Tour sieht z. B. so aus:
Da weiß man doch alles,
Beide Etappen sind jeweils rund 40 Km lang. Das erschien uns gerade richtig. Wir waren “untrainiert”, wussten nicht wie leicht oder schwer uns die Tour fallen würde und dachten, dass wir die Runde ja bei Bedarf problemlos z. B. über Schöntal etwas erweitern könnten. Das hat sich dann allerdings erübrigt.
Bad Friedrichshall -> Sindringen -> JagsthausenWegen der ~130 Km Anreise kamen wir erst um etwa 10 Uhr an, suchten uns im Ortsteil Kochendorf einen Parkplatz in der Nähe vom Kocher und fuhren etwa um 10 Uhr 30 los. Zunächst um den Radweg zu suchen. Das erwies sich als schwieriger als vermutet, denn von Schildern war da, jedenfalls in der Nähe
vom
Kocher, nichts zu sehen. Aber es gibt ja Eingeborene, die jedoch bisweilen noch weniger
als wir wissen.
Der Kocher war nicht schwer zu finden.
Also fuhren wir erst mal über die Kocher-Brücke,
Hier führt dann (halblinks) ein Weg zum Kocher runter ...
... der allerdings gleich in der Pampa endet und uns zur Umkehr bewegt.
Danach begeben wir uns der Aussage einer anderen Eingeborenen folgend auf diesen Weg, der zwar
nicht der Radweg ist,
Dann kommt von links dieser schöne Radweg,
Weil diese Fortsetzung nicht sehr vielversprechend ist, ...
...
wählen wir den einzigen übrigen Weg.
In Hagenbach treffen wir dann auf den ersten Wegweiser,
Auch wenn der jetzt erst mal über eine normale Straße
Endlich ein Radweg, der die Bezeichnung verdient.
Und eine schöne Landschaft.
Da macht das Fahren richtig Spaß.
Weinanbau in steiler Lage.
Da möchten wir nicht unbedingt arbeiten.
Mit einer Entfaltung von 2,40 m im kleinsten Gang
Auch klar, dass ich dann den Lindwurm
Aber mit einer Entfaltung vom 1,53 m ist das zu schaffen.
Der Abdruck zeigt, wie ich rein treten durfte.
Zum Ausgleich darf man dann ausgiebig den weiten Ausblick
Stein am Kocher.
Auf jeden Fall liegt der Ort auf dem Berg
Die Beschilderung ist eindeutig.
Deshalb hält sich das Verkehrsaufkommen auf dem Radweg
... wie auf der später folgenden Landstraße, ...
... die uns unter der A 81 durch führt.
Kurz zuvor in Bürg soll der Radweg Er erzählt uns,
Blick über den Kocher nach Gochsen.
Die ehemalige Bahntrasse soll irgendwann zum Radweg werden.
Wir üben schon mal und kämpfen uns mit ~6 km/h nach Gochsen.
Die Fahrt ist zwar etwas bewegend,
Straße oder Wirtschaftsweg?
Endlich eine Rastmöglichkeit.
Natürlich kann man auch unterwegs rasten.
Auf der umgebauten Bahntrasse zwischen Möglingen und Ohrnberg
Da macht es Spaß zu radeln.
Nur die bescheuerten Schikanen müssten nicht sein.
So geht's ja auch.
Der “Supermarkt” hat rund um die Uhr geöffnet
Radler auf der Suche nach einer Einkehr.
Den Weg nach Sindringen kann man mit 8 bis 10 km/h befahren.
Jedenfalls wo keine Hindernisse
Hindernisse sind allerdings nicht gerade selten.
Auch am Ortseingang wird man dazu gebracht,
So entschleunigt übersieht man dann auch nicht,
Die Informationstafel macht Werbung,
Deshalb erkundige ich mich bei drei Eingeborenen,
Diesen “Querweg” müssen wir dann hoch. Die Twens in dieser Gegend fahren offenbar gern
Nach einem weiteren Kilometer bergab
Der erste Blick auf die Jagst. Es ist 17 Uhr. Für die 41 km haben wir 6 Stunden reine Fahrzeit gebraucht.
Unser Nachtquartier,
Jagsthausen -> Möckmühl -> Bad Friedrichshall
Mit einem ausgiebigen Frühstück kann ein schöner Tag beginnen. Als wir der Wirtin erzählen, Alles, nur das nicht. Als wir ihr sagen, Na dann können wir ja um 9 Uhr beruhigt los fahren.
Am Ortsausgang gibt es sogar
Und bisweilen sind nützliche zusätzliche Hinweise
Halt auf der Brücke. Kein Problem bei null Verkehr.
Ein schöner Weg.
Die “rasante” Fahrt dauert aber nur kurz.
Doppelte Sicherheit.
Weil hier der Rummel aufgebaut wird, ...
... konnten wir den Wegweiser an der Abzweigung,
Aber auch diese “flotte Abkürzung”...
... führt uns wieder auf den normalen Radweg.
Und der ist wieder richtig schön.
So geht's auch. Eine zwar wenig befahrene,
Möckmühl.
Um 10 Uhr ist auf dem Marktplatz noch total tote Hose.
Weil die normale Brücke sehr schmal ist,
Am Sonntag sind viele Familien unterwegs.
Radwege sind sehr vielseitig nutzbar.
Millimeterarbeit. Aber es hat gepasst.
Kurze Steigungen bis 13%
... wenn man dafür eine schöne Landschaft überblicken darf ...
... und ein Gartenlokal erreicht.
In Herbolzheim ...
... wird die Freude nur kurz durch eine Baustelle getrübt.
Dass man hier gut Rad fahren kann, ...
... wissen offenbar noch mehr.
Sonntags morgens müssen die Felder kontrolliert werden.
Family on tour.
Der Dämpfer am Schluss.
Gegen 13 Uhr lockt in Jagstfeld
Für die 40 Km haben wir inklusive Pausen Die verbliebenen drei Kilometer bis zum Parkplatz im Ortsteil Kochendorf haben wir am Ende
natürlich auch noch geschafft.
Jagst immer, Natürlich können wir uns kein Urteil über den gesamten Kocher-Jagst-Radweg erlauben. Aber über
die, die für die Werbung verantwortlich sind schon. Die müsste man mit Tandem und Kinderanhänger von
Bad Friedrichshall nach Jagsthausen hetzen. Und zwar so oft, bis sie es endlich kapiert haben. Falls
sie dazu überhaupt fähig sind. Oder zum Sand zählen in die Wüste. Aber selbstverständlich ohne
Wasser. Der Jagst-Radweg (von Jagsthausen bis Jagstfeld) ist schön und mit kleinen Einschränkungen auch empfehlenswert. Der Kocher-Radweg (von Kochendorf bis Sindringen) ist dagegen eine einzige Zumutung. Und die Behauptung “ohne große Steigungen” ist eine Unverschämtheit. Wenn die dafür Verantwortlichen es nicht besser wüssten, wäre es eine grobe Fahrlässigkeit. Da sie es aber zweifellos wissen, kann man das nur als Betrug bezeichnen. Von einem Fluss-Radweg kann man doch wohl erwarten, dass man die meiste Zeit am Fluss entlang geführt wird, oder ihn wenigstens sieht. Dieser Weg führt dagegen ohne vernünftigen Grund oft etliche Kilometer vom Kocher entfernt über die Hügel. Der einzige Grund, der uns einfällt, wäre der, dass man die toten Dörfer unterwegs durch die Touristen beleben will. Ob die sich allerdings ein zweites Mal so verarschen lassen? Wir sicher nicht! Das ist einmalig! Schade. Vielleicht gibt es ja auf den 330 Kilometern tatsächlich Radwege, die eine Tour lohnen würden. Ob wir es jemals erfahren werden ist ungewiss. Denn auf den Kocher-Jagst-Radweg kommen wir allenfalls zurück, wenn wir verbürgte Aussagen von erfahrenen Augenzeugen haben, die dafür persönlich haften.
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